Legasthenie äußert sich bei jedem Menschen auf einzigartige Weise. Sie zeichnet sich in erster Linie durch Unterschiede bei der Informationsverarbeitung im Gehirn aus. Besonders auffällig sind oft Probleme bei der phonologischen Verarbeitung, da die Zuordnung von Lauten zu Buchstaben beeinträchtigt und die Worterkennung beim Lesen behindert wird. Zudem kann sich Legasthenie auf die Wahrnehmungsfähigkeit auswirken und die Worterkennung und das Verständnis beeinträchtigen. Abgesehen von den Lese- und Schreibfähigkeiten beeinflusst Legasthenie auch das Gedächtnis, die Planung und die organisatorischen Fähigkeiten und stellt somit eine vielschichtige Herausforderung für den Einzelnen dar.
Es ist äußerst wichtig zu erkennen, dass Legasthenie parallel zu anderen Lernschwierigkeiten auftreten kann, wie z.B. Dyskalkulie oder Aufmerksamkeitsstörungen, was die Lernerfahrung weiter erschwert. Wird Legasthenie nicht diagnostiziert, begründet sie ein Risiko für das Selbstwertgefühl sowie das akademische Engagement eines Kindes, so dass in der Folge Vermeidungsverhalten und eine negative Einstellung zum Lernen entstehen können.
Anzeichen für Legasthenie bei Kindern zeigen sich oft während der frühen Lese- und Schreibentwicklung. Schwierigkeiten mit der phonologischen Wahrnehmung, Zögern beim Vorlesen, inkonsistente Rechtschreibung und Schwierigkeiten bei der Erkennung und Bildung von Buchstaben sind häufige Anzeichen. Außerdem haben legasthene Schüler oft Probleme, sich beim Lesen zu konzentrieren, was zu Verständnisschwierigkeiten und einer schlechten Aufnahme von Textinformationen führt. Visuelle Ablenkungen durch bestimmte Schriftarten und Diskrepanzen zwischen Schreib- und Sprechfähigkeiten verdeutlichen die Komplexität der Auswirkungen der Legasthenie auf die sprachlichen Fähigkeiten zusätzlich.

Die Grafari-Software wurde basierend auf dem Konzept entwickelt, dass zwischen Legasthenie und der Schwierigkeit, gesprochene Sprache auf geschriebene Sprache abzubilden, ein Zusammenhang besteht. Diese Schwierigkeit ist in der Neurowissenschaft als phonologisches Defizit bekannt.
Wie sieht dieses phonologische Defizit aus? Grundsätzlich sind die für die Automatisierung der phonologischen Verarbeitung zuständigen Hirnareale bei Menschen mit Legasthenie weniger mit Neuronen besiedelt als bei Menschen ohne Legasthenie. Legastheniker haben demnach Schwierigkeiten damit, das gesprochene Wort in Schrift umzuwandeln, und umgekehrt.
Das Gehirn verarbeitet Informationen über verschiedene Kanäle. Das Konzept von Grafari basiert darauf, neue Kanäle für das Lernen zu aktivieren. Wörter werden nicht einfach nur als schwarze Buchstaben auf weißem Hintergrund dargestellt. Stattdessen werden sie in bestimmten Abfolgen von Farben, Formen und Klängen dargestellt. Die Silben innerhalb eines Wortes werden in 3D dargestellt, um einen räumlichen Aspekt in den Lernprozess zu integrieren.
Das Programm ermöglicht dem Gehirn, die Informationen aus diesen neu aktivierten Kanälen zu verknüpfen, zu verarbeiten und zu kombinieren. Als Resultat kann ein legasthenes Kind die gesprochene Sprache der geschriebenen Sprache besser zuordnen und das phonologische Defizit, über das wir oben gesprochen haben, wird verringert.
In einer Studie wurden die Ergebnisse der Nutzung von Grafari mit den Fortschritten von Kindern verglichen, die das Programm nicht nutzten. Kinder mit Entwicklungslegasthenie machten ohne computergestütztes Training nur geringe Fortschritte beim Schreiben (0-9%). Diejenigen, die das Training absolvierten, machten jedoch große Fortschritte (19-35%). Das Training half ihnen, Wörter zu schreiben, die sie nicht geübt hatten, und auch Kinder ohne Legasthenie profitierten von dem Training.
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Die Anzeichen der Legasthenie zu erkennen, ist für ein frühzeitiges Eingreifen und eine maßgeschneiderte Unterstützung unerlässlich. Indem sie diese Anzeichen erkennen und gezielte Unterstützung anbieten, können Pädagogen und Eltern legasthene Personen in die Lage versetzen, Herausforderungen zu überwinden und ihr volles Potenzial in Bezug auf Lernen und akademische Leistungen auszuschöpfen.